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E2E KI-Prüfung mit Dokumentenpflichten (Version 3.2)

GEALAN Fenster-Systeme GmbH
Stand: 17.02.2026
Version: 3.2
Status: Freigegeben


Änderungshistorie

VersionDatumÄnderung
1.009.02.2026Erstversion (10 Schritte)
2.015.02.2026• Schritte 10 → 8 (Schritt 2+3 merged, Schritt 8 entfernt)
• Fast-Track für Low-Risk Cases
• Automatisiertes Risk-Scoring
• Anbieterprüfung nach Fachprüfungen verschoben
3.115.02.2026• Dokumenten-Numerierung entfernt (Dokument 01/02/03/04 → sprechende Namen)
• Dokument 02 eliminiert (Gate-Entscheidung direkt im System)
• Finale Namen: KI Check - Use-case-Steckbrief, KI Check - Einzelanlage zur KI-RBV, KI Check - Management-Entscheidung
3.015.02.2026• Fokus auf Prozessdokumentation (Praktische Hinweise & Beispiele ins Handbuch ausgelagert)
• Neutralere Formulierungen (tool-agnostisch)
• Verbesserte Übergänge zwischen Schritten
• Klarere Struktur pro Schritt
3.217.02.2026Schritt 1: Systemtyp als Datenfeld ergänzt (Art der KI-Unterstützung: Assistierend / Entscheidungsunterstützung / Semi-automatisch)
Schritt 4 (IT-Security) korrigiert: Systemtyp, Autonomiegrad, Integrationsgrad und Externe Weitergabe aus "Erforderliche Daten" entfernt (bereits in Schritt 1 erfasst)
• Prüfumfang Schritt 4 fokussiert auf technische Sicherheitsmaßnahmen: Zugriffskontrolle, Verschlüsselung, DLP, Monitoring & Incident-Management
• Punkt "Cloud & Datenspeicherung" aus Schritt 4 entfernt (gehört zu Schritt 6)

Zweck des Dokuments

Dieses Dokument beschreibt den End-to-End-Prüf- und Entscheidungsprozess für den Einsatz von KI-Anwendungen im Unternehmen.

Ziel ist es, KI-Vorhaben einheitlich, nachvollziehbar und revisionsfest von der ersten Idee bis zur Entscheidung oder formellen Ablehnung zu steuern. Der Prozess stellt sicher, dass rechtliche, datenschutzrechtliche, mitbestimmungsrelevante und IT-sicherheitsbezogene Anforderungen frühzeitig erkannt, geprüft, dokumentiert und in eine verantwortete Management-Entscheidung überführt werden.

Der Prüfprozess operationalisiert die Vorgaben der SOP „Einsatz von KI-Anwendungen" sowie der geltenden KI-Rahmenbetriebsvereinbarung. Er unterscheidet bewusst zwischen prüfbaren Standardfällen und nicht zulässigen Hochrisiko-Kontexten (gem. RBV Abschnitt 3).


Prozessübersicht (8 Schritte)

SLA-Zielwerte:

  • Fast-Track (Low-Risk): ~10-15 Arbeitstage
  • Standard (Medium-Risk): ~4-6 Wochen
  • Vollprüfung (High-Risk): ~6-8 Wochen

Schritt 1 – Formalisierung & Risk-Scoring

Zweck

Aus einer informellen KI-Idee wird ein strukturiert dokumentierter Use Case mit objektivem Risk-Score. Die quantitative Risikobewertung ermöglicht eine erste, automatisierte Routing-Entscheidung (Fast-Track / Standard / Vollprüfung).

Abgrenzung zu Schritt 2: Schritt 1 führt eine technische Klassifizierung durch (Datenart, Autonomie, Integration). Die rechtliche Zulässigkeitsprüfung (AI-Act-Verbote, Hochrisiko-Fälle gem. RBV) erfolgt in Schritt 2.

SLA

3 Arbeitstage (typisch 1-2 Tage, max. 5 Tage bei unklaren Fällen)

Verantwortlichkeiten

  • Use-Case-Owner: Erstellt den Use-case-Steckbrief
  • KI-Manager: Koordiniert Prozess, validiert Vollständigkeit, berechnet Risk-Score
  • DSB & IT-Security: Informiert (keine Freigabe in Schritt 1)

Erforderliche Daten

Folgende Informationen werden in diesem Schritt erfasst:

DatenfeldBeschreibungWertebereich / Format
TitelKurzbeschreibung des Use CaseFreitext (max. 100 Zeichen)
Use-Case-BeschreibungInput → Verarbeitung → OutputFreitext (max. 500 Zeichen)
GeschäftsbereichOrganisatorische ZuordnungAuswahl: HR, IT, Vertrieb, Produktion, ...
AntragstellerVerantwortliche PersonPersonenauswahl
Tool-AnbieterName des KI-Tool-AnbietersFreitext
ZweckkategorieArt der KI-AnwendungAuswahl: Text, Bild, Audio, Video, Analyse, Coding, ...
SkalierungsgradGeplante ReichweiteAuswahl: Pilot (1-5), Team (6-20), Bereich (21-100), Unternehmen (>100)
SystemtypArt der KI-UnterstützungAuswahl: Assistierend / Entscheidungsunterstützung / Semi-automatisch
Risk-ScoreAutomatisch berechnet aus 6 KriterienNumerisch: 6-18 Punkte
ProzessstatusAktueller ProzessschrittAutomatisch: „S1 Formalisierung"

Artefakt: Die Daten werden in KI Check - Use-case-Steckbrief strukturiert erfasst.

Prüfumfang: Risk-Scoring

Die Risikobewertung erfolgt anhand einer standardisierten Matrix mit 6 Kriterien (je 1-3 Punkte):

Kriterium1 Punkt (niedrig)2 Punkte (mittel)3 Punkte (hoch)
1. DatenartKeine personenbezogenen DatenPersonenbezogene Daten (allgemein)Besondere Kategorien (Art. 9 DSGVO)
2. AutonomieRein unterstützend (100% manuell)Teil-automatisiert (KI schlägt vor)Automatisierte Entscheidung
3. IntegrationStand-alone / Read-onlySchreibzugriff (1 System)Multi-System-Integration
4. ReichweitePilot (1-5 Nutzer)Team/Bereich (6-100)Unternehmensweit (>100)
5. Externe WeitergabeNeinMöglich (z.B. Export)Ja (automatisch)
6. HR-KontextNeinIndirekt (z.B. Meeting-Notizen)Direkt (Bewerbung, Bewertung)

Gesamt-Score: 6-18 Punkte

Routing-Logik

Basierend auf dem Gesamt-Score wird der Use Case einem von drei Prüfpfaden zugeordnet:

Risk-ScoreRoutingFast-Track möglich?Voraussetzungen für Fast-Track
6-9 PunkteLow-Risk✅ Ja• Keine bes. Kategorien (Art. 9)
• Kein HR-Kontext
• Kein Profiling
• Kein Schreibzugriff
• Keine externe Weitergabe
10-14 PunkteMedium-Risk❌ NeinStandard-Pfad: S1 → S2 → S3-S6 → S7 → S8
15-18 PunkteHigh-Risk❌ NeinVollprüfung mit vertiefter Risikoanalyse

Hinweis zum Fast-Track:
Der Fast-Track ist eine Abkürzung für risikoarme Use Cases direkt zu Schritt 7 (Management-Entscheidung). Die Fachprüfungen (Datenschutz, IT-Security) entfallen, wenn die o.g. Voraussetzungen erfüllt sind. Die finale Prüfung erfolgt dennoch in Schritt 2 (Quick-Check).

Übergang zu Schritt 2:
Der Risk-Score gibt eine erste technische Einschätzung. In Schritt 2 erfolgt die rechtliche Zulässigkeitsprüfung (AI-Act-Verbote, RBV-Hochrisiko) sowie die finale Routing-Bestätigung.

Outputs

  • ✅ Use Case strukturiert dokumentiert (KI Check - Use-case-Steckbrief)
  • ✅ Risk-Score berechnet und dokumentiert
  • ✅ Routing-Pfad bestimmt (Fast-Track / Standard / Vollprüfung)
  • ✅ Prozessstatus: „S1 Formalisierung"

Rechtliche Grundlagen

  • EU AI Act (Art. 6, Anhang III – High-Risk-Definitionen)
  • DSGVO (Art. 5, 6, 9, 22 – Datenarten, Rechtsgrundlagen, automatisierte Entscheidungen)
  • BetrVG (§§ 87, 94 – Mitbestimmung bei Überwachung, Profiling)
  • RBV KI (Abschnitt 3 – Verbote & Hochrisiko-Fälle)

Schritt 2 – Risk Assessment & Gate

Zweck

Schritt 2 ist die zentrale Gate-Funktion des Prozesses: Hier wird geprüft, ob der Use Case rechtlich zulässig ist und welcher Prüfpfad durchlaufen werden muss. Die Prüfung erfolgt in drei Varianten, abhängig vom Risk-Score aus Schritt 1.

Abgrenzung zu Schritt 1:
Während Schritt 1 eine quantitative, technische Risikobewertung vornimmt, erfolgt in Schritt 2 die qualitative, rechtliche Bewertung. Der Use Case kann hier gestoppt werden (STOP), wenn Verbote oder Hochrisiko-Fälle vorliegen.

SLA

  • Fast-Track (6-9 Punkte): 2 Arbeitstage
  • Standard (10-14 Punkte): 5 Arbeitstage
  • High-Risk (15-18 Punkte): 7 Arbeitstage

Verantwortlichkeiten

  • KI-Manager: Gate-Entscheidung, Routing-Koordination
  • DSB: AI-Act-Compliance, DSGVO-Prüfung
  • Rechtsabteilung: AI-Act-Verbote, Hochrisiko-Bewertung gem. RBV

Erforderliche Daten

Folgende Informationen werden in diesem Schritt gesetzt bzw. validiert:

DatenfeldBeschreibungWertebereich
SOP anwendbarFällt der Use Case unter die KI-SOP?Ja / Nein
AI-Act verbotenLiegt ein Verbot nach Art. 5 AI Act vor?Ja / Nein
Hochrisiko-VerdachtAnhang III AI Act Kategorie betroffen?Ja / Nein / Unklar
Blocker-StatusHindernisse für FreigabeSTOP / HOLD / Kein Blocker
ProzessstatusAktueller Prozessschritt„S2 Risk Assessment"

Artefakt: Die Gate-Entscheidung wird in Gate-Entscheidung (direkt im System) dokumentiert.

Prüfumfang: Drei Gate-Varianten

Variante A: Fast-Track (6-9 Punkte)

Ziel: Schnelle Plausibilitätsprüfung für risikoarme Use Cases.

Prüfung:

  1. SOP-Relevanz: Fällt der Use Case unter die KI-SOP?
  2. AI-Act-Verbote (Art. 5): Social Scoring, Emotion Recognition (Workplace), Subliminal Manipulation, Exploitation of vulnerabilities?
  3. Fast-Track-Kriterien (Validierung):
    • Keine besonderen Kategorien (Art. 9 DSGVO)
    • Kein HR-Kontext
    • Kein Profiling
    • Kein Schreibzugriff
    • Keine externe Weitergabe

Gate-Entscheidung:

  • Alle Checks OK → Fast-Track zu Schritt 7 (Management-Entscheidung)
  • ⚠️ Ein Kriterium nicht erfüllt → Umleitung in Standard-Pfad (S3-S6)
  • AI-Act-Verbot → STOP

Variante B: Standard (10-14 Punkte)

Ziel: Vollständige rechtliche Zulässigkeitsprüfung für Standardfälle.

Zusätzliche Prüfung:

  • Hochrisiko-Verdacht (Anhang III AI Act):
    • HR-Recruiting
    • Leistungs-/Verhaltensbewerung von Beschäftigten
    • Profiling mit Rechtswirkung
    • Kreditscoring
    • Biometrische Identifikation
    • Kritische Infrastruktur

⚠️ WICHTIG: Gem. RBV Abschnitt 3 sind Hochrisiko-Use-Cases (Anhang III AI Act) generell nicht zulässig. Bei positivem Hochrisiko-Verdacht → STOP.

Gate-Matrix:

SOP anwendbar?AI-Act-Verbot?Hochrisiko (RBV)?Routing
Nein--Ende (nicht prüfpflichtig)
JaJa-STOP (nicht zulässig)
JaNeinJaSTOP (RBV Verbot)
JaNeinNeinStandard-Pfad (S3-S6)

Variante C: High-Risk (15-18 Punkte)

Ziel: Vertiefte Analyse für komplexe, risikoreiche Use Cases.

Erweiterte Prüfung:

  • Detaillierte AI-Act-Compliance-Analyse (Anhang II + III)
  • Erweiterte Hochrisiko-Bewertung
  • Risikomanagementsystem erforderlich?
  • Konformitätsbewertung erforderlich?
  • Notified-Body-Einbindung notwendig?

Mögliche Ergebnisse:

  • ✅ Freigabefähig (mit umfangreichen Auflagen) → Standard-Pfad
  • ⚠️ HOLD (bis Risk-Mitigations umgesetzt) → zurück zu Schritt 1 für Anpassungen
  • ❌ STOP (nicht beherrschbar) → Prozess endet

Outputs

  • ✅ Prozessstatus: „S2 Risk Assessment"
  • ✅ Gate-Felder gesetzt (SOP / AI-Act / Hochrisiko)
  • ✅ Dokument 02 (Pre-Assessment) vollständig
  • ✅ Blocker-Status dokumentiert
  • ✅ Routing-Entscheidung getroffen (Fast-Track / Standard / Vollprüfung / STOP)

Rechtliche Grundlagen

  • EU AI Act (Art. 5 – Verbotene Praktiken, Art. 6 + Anhang III – High-Risk)
  • DSGVO (Art. 5, 6, 9, 22)
  • BetrVG (§§ 87, 94)
  • RBV KI (Abschnitt 3, Seite 3) – Hochrisiko-Verbot

Schritt 3 – Datenschutzprüfung

Zweck

Sicherstellen, dass der Use Case rechtskonform nach DSGVO ist, Risiken beherrschbar sind und ggf. eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) durchgeführt wird.

SLA

5 Arbeitstage (typisch 3-5 Tage, bei DSFA-Erfordernis 7-10 Tage)

Verantwortlichkeiten

  • DSB (Datenschutzbeauftragter): Rechtskonformität prüfen, DSFA-Notwendigkeit bewerten
  • KI-Manager: Koordination, Nachverfolgung
  • Rechtsabteilung: Unterstützung bei Rechtsgrundlagen
  • Use-Case-Owner: Zulieferung von Detailinformationen

Erforderliche Daten

Folgende Informationen werden in diesem Schritt geprüft bzw. gesetzt:

DatenfeldBeschreibungWertebereich
Personenbezogene DatenWerden personenbezogene Daten verarbeitet?Nein / Möglich / Ja
DatenklasseArt der verarbeiteten DatenKeine / Allgemein / Besondere Kategorien (Art. 9)
BeschäftigungskontextBetrifft der Use Case Mitarbeiterdaten?Nein / Indirekt / Ja
Überwachung / ProfilingWerden Personen überwacht oder bewertet?Nein / Möglich / Ja
DSFA erforderlichMuss eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchgeführt werden?Ja / Nein
Blocker-StatusHindernisse für FreigabeSTOP / HOLD / Kein Blocker
ProzessstatusAktueller Prozessschritt„S3 Datenschutz"

Prüfumfang

A) Rechtsgrundlage (Art. 6 DSGVO bzw. § 26 BDSG)

Prüfung, ob eine Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung vorliegt:

  • Art. 6 Abs. 1 lit. a (Einwilligung)
  • Art. 6 Abs. 1 lit. b (Vertragserfüllung)
  • Art. 6 Abs. 1 lit. f (Berechtigtes Interesse)
  • § 26 BDSG (Beschäftigungsverhältnis)

Bei besonderen Kategorien (Art. 9) ist eine zusätzliche Rechtsgrundlage erforderlich:

  • Art. 9 Abs. 2 lit. b (Arbeitsrecht)
  • Art. 9 Abs. 2 lit. a (explizite Einwilligung)

B) DSGVO-Grundsätze (Art. 5)

  • Zweckbindung: Verarbeitung nur für definierten Zweck
  • Datenminimierung: Nur notwendige Daten
  • Speicherbegrenzung: Löschkonzept vorhanden
  • Richtigkeit: Mechanismus zur Datenaktualisierung
  • Integrität & Vertraulichkeit: Technische Maßnahmen (siehe Schritt 4)

C) DSFA-Prüfung (Art. 35 DSGVO)

Eine DSFA ist erforderlich bei:

  • Systematischer Bewertung persönlicher Aspekte (Profiling)
  • Umfangreicher Verarbeitung bes. Kategorien (Art. 9)
  • Systematischer Überwachung öffentlich zugänglicher Bereiche
  • Hohem Risiko für Rechte & Freiheiten (Blacklist DSK)

DSFA-Ablauf (falls erforderlich):

  1. Beschreibung der Verarbeitungsvorgänge
  2. Bewertung der Notwendigkeit & Verhältnismäßigkeit
  3. Risikoanalyse (Eintrittswahrscheinlichkeit × Schwere)
  4. Abhilfemaßnahmen (TOMs)
  5. Dokumentation im DSFA-Bericht

D) Betroffenenrechte & Informationspflichten

  • Information nach Art. 13/14 DSGVO vorbereitet
  • Prozess für Auskunft (Art. 15), Löschung (Art. 17), Widerspruch (Art. 21)
  • Bei automatisierten Entscheidungen (Art. 22): Widerspruchsrecht & menschliche Überprüfung

E) Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO)

  • Liegt Auftragsverarbeitung vor? (wird in Schritt 6 detailliert geprüft)
  • AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) erforderlich?

Entscheidungslogik

PrüfergebnisBlocker-StatusRouting
Rechtsgrundlage fehltSTOPProzess endet (keine rechtmäßige Verarbeitung möglich)
DSFA erforderlich & negativSTOPRisiko nicht beherrschbar
DSFA erforderlich & HOLDHOLDBis Maßnahmen umgesetzt
Rechtskonform (ohne Auflagen)Kein Blocker→ Schritt 4
Rechtskonform (mit Auflagen)Kein BlockerAuflagen dokumentieren → Schritt 4

Outputs

  • ✅ Prozessstatus: „S3 Datenschutz"
  • ✅ Datenschutz-Felder validiert
  • ✅ DSFA-Entscheidung dokumentiert
  • ✅ Blocker-Status gesetzt
  • ✅ Auflagen (falls vorhanden) dokumentiert

Artefakte:

  • Datenschutz-Vermerk (strukturierte Dokumentation der Prüfergebnisse)
  • DSFA-Bericht (falls erforderlich, separates Dokument)
  • VVT-Eintrag (Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten) aktualisiert

Rechtliche Grundlagen

  • DSGVO (Art. 5, 6, 9, 13, 14, 15, 17, 21, 22, 28, 35)
  • BDSG (§ 26 – Beschäftigtendatenschutz)
  • DSK-Blacklist (Muss-Liste für DSFA)

Schritt 4 – IT-Security-Prüfung

Zweck

Sicherstellen, dass der Use Case technisch sicher betrieben werden kann und IT-Risiken beherrschbar sind.

SLA

5 Arbeitstage (typisch 3-5 Tage, bei komplexen Integrationen 7-10 Tage)

Verantwortlichkeiten

  • IT-Security-Team: Sicherheitsbewertung, Controls definieren
  • IT-Abteilung: Technische Machbarkeit, Architektur-Review
  • KI-Manager: Koordination
  • Use-Case-Owner: Zulieferung technischer Details

Erforderliche Daten

Folgende Informationen werden in diesem Schritt validiert bzw. gesetzt:

DatenfeldBeschreibungWertebereich
Blocker-StatusHindernisse für FreigabeSTOP / HOLD / Kein Blocker
ProzessstatusAktueller Prozessschritt„S4 Security"

ℹ️ Hinweis: Systemtyp, Autonomiegrad, Integrationsgrad und Externe Weitergabe werden bereits in Schritt 1 (Risk-Scoring) erfasst und müssen hier nicht erneut validiert werden.

Prüfumfang

A) Zugriffskontrolle & Identitätsmanagement

  • Least-Privilege-Prinzip: Nur notwendige Berechtigungen
  • SSO / MFA: Single Sign-On & Multi-Faktor-Authentifizierung
  • Rollenkonzept: Definierte Benutzerrollen & Berechtigungen
  • Audit-Logging: Zugriffe & Aktionen protokolliert

B) Technische Sicherheitsmaßnahmen

  • Verschlüsselung:
    • TLS 1.3 für Datenübertragung
    • Verschlüsselung at rest (falls personenbezogene Daten)
  • API-Sicherheit:
    • API-Keys / Token-Management
    • Rate-Limiting & Input-Validation
  • Network Security:
    • Firewall-Regeln
    • IP-Whitelisting (falls erforderlich)

C) Data Loss Prevention (DLP) – Technische Maßnahmen

  • Copy/Paste-Kontrolle: Bei sensiblen Daten
  • Export-Logs: Audit-Trail bei Datenexport
  • Verschlüsselung: Bei externer Weitergabe

D) Monitoring & Incident-Management

  • Security-Monitoring: Logging & Alerting
  • Incident-Response-Plan: Wer wird bei Sicherheitsvorfällen informiert?
  • Rollback-Mechanismus: Können Aktionen rückgängig gemacht werden?
  • Vulnerability-Scans: Penetration-Tests (bei hohem Risiko)

Security Controls

Je nach Risikoeinschätzung werden Controls festgelegt:

RisikostufeTypische Controls
Niedrig• SSO/MFA
• Basis-Logging
• Jährliches Review
Mittel+ Rollenkonzept
+ DLP-Regeln
+ Quartalsweises Review
+ Verschlüsselung (TLS 1.3)
Hoch+ Read-only-Modus (wo möglich)
+ Human-in-the-Loop (kritische Aktionen)
+ Detailliertes Audit-Log
+ Monatliches Review
+ Penetration-Test

Entscheidungslogik

PrüfergebnisBlocker-StatusRouting
Risiko nicht beherrschbarSTOPProzess endet
Controls fehlen & kritischHOLDBis Maßnahmen umgesetzt
Sicher (ohne Controls)Kein Blocker→ Schritt 5/6
Sicher (mit Controls)Kein BlockerControls dokumentieren → Schritt 5/6

Outputs

  • ✅ Prozessstatus: „S4 Security"
  • ✅ Security-Controls definiert
  • ✅ Blocker-Status gesetzt

Artefakte:

  • Security-Vermerk (strukturierte Dokumentation der Prüfergebnisse)
  • Liste erforderlicher Controls (wird in KI Check - Management-Entscheidung übernommen)

Rechtliche Grundlagen

  • DSGVO (Art. 32 – Technische & organisatorische Maßnahmen)
  • IT-Sicherheitsgesetz (IT-SiG)
  • BSI-Grundschutz (falls anwendbar)

Schritt 5 – Betriebsrat / Mitbestimmung

Zweck

Prüfung, ob Mitbestimmungsrechte nach BetrVG betroffen sind und ggf. Abschluss einer Einzelanlage zur KI-Rahmenbetriebsvereinbarung.

SLA

7-10 Arbeitstage (abhängig von BR-Verfügbarkeit, ggf. 14 Tage bei Verhandlungen)

Verantwortlichkeiten

  • HR / Personalabteilung: Federführung, BR-Kontakt
  • Betriebsrat: Prüfung, Verhandlung, Freigabe/Ablehnung
  • KI-Manager: Koordination, Dokumentation
  • Use-Case-Owner: Detailinformationen liefern

Wann ist Schritt 5 erforderlich?

Betriebsrat-Prüfung ist verpflichtend, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien zutrifft:

  • Beschäftigungskontext = Ja (direkt HR-bezogen)
  • Überwachung / Profiling = Ja (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG)
  • Leistungs- oder Verhaltenskontrolle möglich (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG)
  • Automatisierte Personalauswahl / -bewertung (§ 95 BetrVG)

Wenn keines zutrifft: Schritt 5 wird übersprungen (nur Information an BR)

Erforderliche Daten

Folgende Informationen werden in diesem Schritt gesetzt:

DatenfeldBeschreibungWertebereich
BR-TriggerIst BR-Prüfung erforderlich?Ja / Nein
BR-FreigabeStatus der Betriebsrat-PrüfungAusstehend / Freigegeben / Freigegeben mit Auflagen / Abgelehnt
Blocker-StatusHindernisse für FreigabeSTOP / HOLD / Kein Blocker
ProzessstatusAktueller Prozessschritt„S5 BR"

Prüfumfang

A) Mitbestimmungstatbestand klären

  • § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG: Überwachung von Verhalten/Leistung?
  • § 94 BetrVG: Personalfragebogen, Beurteilungsgrundsätze?
  • § 95 BetrVG: Auswahlrichtlinien (Ein-/Umgruppierung, Versetzung)?

B) KI-Rahmenbetriebsvereinbarung (RBV) anwenden

Die RBV KI regelt:

  • Verbotene Praktiken (Abschnitt 3)
  • Hochrisiko-Fälle (Anhang III AI Act)
  • Transparenzpflichten
  • Verfahren für Einzelanlagen

Vorgehen:

  1. Prüfen, ob Use Case unter RBV fällt
  2. Falls ja: Einzelanlage (KI Check - Einzelanlage zur KI-RBV) erstellen
  3. BR-Freigabe einholen

C) Einzelanlage erstellen (KI Check - Einzelanlage zur KI-RBV)

„KI Check - Einzelanlage zur KI-RBV"

Inhalt:

  • Zweck: Konkrete Beschreibung des KI-Systems
  • Verweis auf Vorprüfungen: Use-case-Steckbrief, DSFA, Security-Assessment
  • Systemdetails: Name, Anbieter, Einsatzbereiche, Skalierung, Systemtyp, Autonomie, Integration
  • Zulässiger Nutzungszweck: Kurzbeschreibung (Verweis auf Steckbrief)
  • Ausdrückliche Ausschlüsse:
    • Keine Leistungs-/Verhaltensbewertung von Mitarbeitern
    • Keine automatisierten Einzelentscheidungen (Art. 22 DSGVO)
    • Kein Scoring/Ranking von Mitarbeitern
    • Sonstige ausgeschlossene Nutzungen
  • Art der Nutzung gem. Art. 22 DSGVO:
    • Human-in-the-Loop (Mensch entscheidet final)
    • Teilautomatisiert (mit ausdrücklicher Zustimmung)
  • Transparenz- & Informationspflichten: Verweis auf RBV und DSGVO-Informationspflichten

D) BR-Freigabe einholen

  • Einzelanlage an BR übermitteln
  • Präsentationstermin (optional)
  • BR prüft & entscheidet:
    • Freigegeben → Prozess läuft weiter
    • ⚠️ Freigegeben mit Auflagen → Auflagen dokumentieren & umsetzen
    • 🔄 Verhandlung → HOLD (bis Einigung)
    • Abgelehnt → STOP

Entscheidungslogik

BR-ErgebnisBlocker-StatusRouting
BR nicht erforderlich-Info an BR, → Schritt 6
FreigegebenKein Blocker→ Schritt 6
Freigegeben mit AuflagenKein BlockerAuflagen dokumentieren → Schritt 6
Verhandlung läuftHOLDBis Einigung erzielt
AbgelehntSTOPProzess endet

Outputs

  • ✅ Prozessstatus: „S5 BR"
  • ✅ BR-Trigger validiert
  • ✅ Falls erforderlich: KI Check - Einzelanlage zur KI-RBV erstellt & genehmigt
  • ✅ BR-Freigabe dokumentiert
  • ✅ Blocker-Status gesetzt
  • ✅ Auflagen (falls vorhanden) dokumentiert

Artefakte:

  • KI Check - Einzelanlage zur KI-RBV (Einzelanlage zur RBV KI) – falls BR-Trigger = Ja
  • BR-Freigabe-Vermerk (strukturierte Dokumentation oder E-Mail/Protokoll)

Rechtliche Grundlagen

  • BetrVG (§§ 87, 94, 95 – Mitbestimmungsrechte)
  • DSGVO (Art. 22 – Automatisierte Entscheidungen)
  • RBV KI (Rahmenbetriebsvereinbarung KI bei GEALAN) – Abschnitt 3: Verbote & Hochrisiko

Schritt 6 – Anbieter- & Vertragsprüfung

Zweck

Sicherstellen, dass der Use Case auf einer validen vertraglichen Grundlage steht, der Anbieter freigegeben ist und alle datenschutz- & sicherheitsrelevanten Vereinbarungen getroffen sind.

Warum erst nach den Fachprüfungen?
Die Anbieterprüfung erfolgt erst, nachdem alle fachlichen Anforderungen (Datenschutz, IT-Security, BR-Auflagen) bekannt sind. So werden Vertragsverhandlungen effizienter, da alle Anforderungen in einem Schritt geklärt werden können.

SLA

5 Arbeitstage (typisch 3-5 Tage, bei neuen Anbietern 7-10 Tage)

Verantwortlichkeiten

  • Einkauf / Legal: Vertragsverhandlung, Freigabe
  • DSB: AVV-Prüfung (Auftragsverarbeitungsvertrag)
  • IT-Security: Sub-Processor-Prüfung, Datenort
  • KI-Manager: Koordination

Erforderliche Daten

Folgende Informationen werden in diesem Schritt validiert bzw. gesetzt:

DatenfeldBeschreibungWertebereich
AnbieterstatusFreigabestatus des KI-Tool-AnbietersNeu / Freigegeben / Mit Einschränkungen
Vertragscheck abgeschlossenWurde der Vertrag geprüft?Ja / Nein
Blocker-StatusHindernisse für FreigabeSTOP / HOLD / Kein Blocker
ProzessstatusAktueller Prozessschritt„S6 Vertrag"

Prüfumfang

A) Anbieterstatus klären

Anbieter bereits freigegeben?

  • Ja → Vertragsprüfung (B)
  • Nein → Anbieter-Onboarding starten
  • Mit Einschränkungen → Einschränkungen vs. Use Case abgleichen

Anbieter-Onboarding (bei neuen Anbietern):

  1. Due Diligence:
    • Finanzielle Stabilität
    • Referenzen / Marktreputation
    • Compliance (GDPR, ISO 27001, SOC 2)
    • Sub-Processor-Liste
  2. Master Agreement verhandeln
  3. Freigabe durch Legal & Einkauf

B) Vertragsprüfung (bei bestehendem Anbieter)

  • Gültiger Rahmenvertrag vorhanden?
  • Use Case durch Vertrag abgedeckt?
    • Nutzungsumfang (Nutzeranzahl, Datenvolumen)
    • Geografische Beschränkungen
    • Nutzungsrechte (Commercial Use, API-Zugriff)
  • Haftung & Garantien:
    • SLA (Service Level Agreement)
    • Verfügbarkeitsgarantien
    • Haftungsbeschränkungen akzeptabel?
  • Kündigung & Exit:
    • Kündigungsfristen
    • Datenrückgabe / -löschung geregelt

C) Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) – falls Personendaten verarbeitet werden

AVV vorhanden & gültig?

AVV muss gem. Art. 28 DSGVO enthalten:

  • Gegenstand & Dauer der Verarbeitung
  • Art & Zweck der Verarbeitung
  • Art der personenbezogenen Daten
  • Kategorien betroffener Personen
  • Pflichten & Rechte des Verantwortlichen
  • Weisungsbefugnis des Verantwortlichen
  • Vertraulichkeitsverpflichtungen
  • Technische & organisatorische Maßnahmen (TOMs)
  • Sub-Processor-Regelung (Genehmigungspflicht)
  • Unterstützung bei Betroffenenanfragen
  • Löschung / Rückgabe nach Vertragsende
  • Prüfrechte des Verantwortlichen

D) Sub-Processor-Prüfung

  • Liste der Sub-Processor angefordert
  • Datenorte (Server-Standorte) geprüft:
    • EU/EWR → OK
    • UK, USA, Schweiz → Angemessenheitsbeschluss vorhanden?
    • Drittland ohne Angemessenheitsbeschluss → Standardvertragsklauseln (SCC)?
  • Jeder Sub-Processor durch AVV abgedeckt

E) Spezifische Anforderungen aus Schritten 3-5 integrieren

  • Datenschutz-Auflagen aus Schritt 3:
    • DSFA-Maßnahmen vertraglich vereinbart?
    • Löschfristen im Vertrag?
  • Security-Controls aus Schritt 4:
    • SSO/MFA-Unterstützung vertraglich zugesichert?
    • Audit-Logging & Zugriffsprotokolle?
    • Penetration-Tests / Security-Audits?
  • BR-Auflagen aus Schritt 5:
    • Transparenzpflichten (Welche Daten werden wo verarbeitet?)
    • Ausschlüsse (z.B. "Keine Nutzung für Leistungsbewertung")

Entscheidungslogik

PrüfergebnisBlocker-StatusRouting
Anbieter nicht freigabefähigSTOPProzess endet
Vertrag fehlt / nicht verhandelbarSTOPProzess endet
AVV fehlt (bei Personendaten)HOLDBis AVV vorliegt
Sub-Processor in unsicherem DrittlandHOLDBis SCC oder Alternative
Alles OKKein Blocker→ Schritt 7
OK mit Auflagen (z.B. Nachverhandlung)Kein BlockerAuflagen dokumentieren → Schritt 7

Outputs

  • ✅ Prozessstatus: „S6 Vertrag"
  • ✅ Anbieterstatus validiert (Freigegeben / Mit Einschränkungen)
  • ✅ Vertragscheck dokumentiert
  • ✅ AVV vorhanden & geprüft (falls relevant)
  • ✅ Blocker-Status gesetzt
  • ✅ Auflagen (falls vorhanden) dokumentiert

Artefakte:

  • Anbieter-Freigabe-Vermerk (strukturierte Dokumentation)
  • Vertragsprüfungs-Checkliste (intern, Legal)
  • AVV-Kopie (bei Personendaten, abgelegt in Vertragsmanagement)
  • Sub-Processor-Liste (strukturierte Dokumentation)

Rechtliche Grundlagen

  • DSGVO (Art. 28 – Auftragsverarbeitung, Art. 44-49 – Drittlandtransfer)
  • Standardvertragsklauseln (SCC) der EU-Kommission
  • Angemessenheitsbeschlüsse (UK, USA-DPF, Schweiz, …)

Schritt 7 – Management-Entscheidung

Zweck

Konsolidierung aller Prüfergebnisse und finale Entscheidung durch das Management (Freigabe / Freigabe mit Auflagen / Ablehnung).

SLA

3 Arbeitstage (typisch 1-3 Tage, bei Rückfragen bis 5 Tage)

Verantwortlichkeiten

  • KI-Manager: Erstellt Entscheidungsvorlage (KI Check - Management-Entscheidung), präsentiert
  • Management (Entscheider): Finale Entscheidung
    • Je nach Skalierung & Risiko:
      • Abteilungsleiter (Pilot, Low-Risk)
      • Bereichsleiter (Team/Bereich, Medium-Risk)
      • Geschäftsführung (Unternehmensweit, High-Risk)
  • DSB, IT-Security, HR, Legal: Beratend (bei Rückfragen)

Erforderliche Daten

Folgende Informationen werden in diesem Schritt gesetzt:

DatenfeldBeschreibungWertebereich
GenehmigungsstatusFinale Entscheidung des ManagementsApproved / ApprovedWithConditions / Rejected
Blocker-StatusHindernisse für FreigabeSTOP bei Rejected, sonst Kein Blocker
Auflagen – KurzfassungListe der verbindlichen AuflagenMax. 8 Auflagen, je 1 Zeile
Review-DatumDatum der nächsten ÜberprüfungDatum (6-12 Monate nach Go-Live)
ProzessstatusAktueller Prozessschritt„S7 Decision"

Vorbereitung: KI Check - Management-Entscheidung erstellen

„KI Check - Management-Entscheidung"

Struktur:

  1. Referenzen:

    • Use-Case-ID / Titel
    • Geschäftsbereich, Tool/Anbieter
    • Anbieterstatus
    • Skalierungsgrad
    • Artefakt-Ordner
  2. Kurzbeschreibung & Scope:

    • Use Case in 6 Zeilen (Input → Verarbeitung → Output)
    • Ausschlüsse (3 Bullet Points: Was ist nicht gemeint?)
  3. Cockpit-Einordnung (Schnellübersicht):

    • SOP-Relevanz, Systemtyp, Autonomie, Integration
    • Personenbezogene Daten, Datenklasse
    • Beschäftigungskontext, Profiling
    • AI-Act-Verbot, Hochrisiko-Verdacht
    • Betriebsrat-Freigabe
  4. Ergebnis-Summary:

    • Vertrag / Anbieter: Status + Verweis
    • Datenschutz: Status + Verweis
    • IT-Security: Status + Verweis
    • Betriebsrat: Status + Verweis
  5. Auflagen (max. 8, priorisiert & verifizierbar):

    • Jede Auflage mit Owner & Deadline
    • Beispiel: "AVV bis 31.03.2026 abschließen (Legal, Q1/26)"
  6. Entscheidungsempfehlung (vom KI-Manager):

    • Farbe: ✅ Grün (Approved) / ⚠️ Gelb (Approved with Conditions) / ❌ Rot (Rejected)
    • Begründung (5 Bullet Points)
    • Ersteller, Datum
  7. Finale Entscheidung (vom Management):

    • Farbe: ✅ Grün / ⚠️ Gelb / ❌ Rot
    • Begründung (optional, falls abweichend)
    • Review-Datum
    • Entscheider, Funktion, Datum, Unterschrift

Entscheidungslogik

Management-EntscheidungStatusBlockerRouting
ApprovedApprovedKein Blocker→ Schritt 8 (Go-Live)
⚠️ Approved with ConditionsApprovedWithConditionsKein BlockerAuflagen in Change-Mgmt. → Schritt 8
RejectedRejectedSTOPProzess endet

Outputs

  • ✅ Prozessstatus: „S7 Decision"
  • ✅ Genehmigungsstatus gesetzt
  • ✅ KI Check - Management-Entscheidung signiert
  • ✅ Auflagen (falls vorhanden) dokumentiert
  • ✅ Review-Datum gesetzt
  • ✅ Blocker-Status gesetzt

Artefakte:

  • KI Check - Management-Entscheidung (Entscheidungsvorlage – KI-Freigabe) – vollständig ausgefüllt & unterschrieben

Rechtliche Grundlagen

  • Alle Gesetze/Verordnungen aus Schritten 1-6 (DSGVO, AI Act, BetrVG, RBV)
  • Geschäftsordnung (Entscheidungsbefugnisse)

Schritt 8 – Betrieb & Review

Zweck

Sicherstellen, dass der freigegebene Use Case im laufenden Betrieb compliant bleibt, Auflagen umgesetzt werden und bei Änderungen (Scope-Drift, neue Risiken) ein Re-Check ausgelöst wird.

SLA

  • Go-Live-Vorbereitung: 5-10 Arbeitstage (Auflagen umsetzen)
  • Review-Zyklus: 6-12 Monate (je nach Risk-Score & Auflagen)

Verantwortlichkeiten

  • Use-Case-Owner: Betrieb, Auflagen-Umsetzung
  • KI-Manager: Review-Koordination, Re-Check-Trigger-Prüfung
  • DSB, IT-Security, HR: Review-Teilnahme (je nach Relevanz)

Erforderliche Daten

Folgende Informationen werden in diesem Schritt aktualisiert:

DatenfeldBeschreibungWertebereich
BetriebsstatusStatus des Use Case im BetriebIn Betrieb / Pausiert / Beendet
Review-DatumDatum der nächsten ÜberprüfungDatum (6-12 Monate)
ProzessstatusAktueller Prozessschritt„S8 Review"

Prüfumfang: Drei Phasen

Phase A: Go-Live-Vorbereitung

Vor dem Go-Live müssen alle Auflagen aus Schritt 7 umgesetzt sein:

Typische Aufgaben:

  • AVV unterschrieben & abgelegt
  • SSO/MFA aktiviert
  • DLP-Regeln konfiguriert
  • Human-in-the-Loop-Workflow implementiert
  • Mitarbeiter-Information (DSGVO Art. 13) versendet
  • BR-Einzelanlage (KI Check - Einzelanlage zur KI-RBV) unterschrieben
  • Schulungen durchgeführt
  • Monitoring-Dashboard aufgesetzt

Checkliste vor Go-Live:

  • Alle Auflagen aus KI Check - Management-Entscheidung umgesetzt? (Status: ✅ Erledigt)
  • Betriebsstatus auf „In Betrieb" setzen
  • Review-Datum in Kalender eintragen
  • Use-Case-Owner informiert & geschult

Phase B: Laufender Betrieb

Kontinuierliches Monitoring:

  • Nutzungszahlen (Wer nutzt das Tool? Wie oft?)
  • Fehlerrate / False Positives
  • Security-Incidents
  • Datenschutz-Vorfälle

Change-Management:

  • Neue Features / Updates vom Anbieter → Re-Check-Trigger prüfen
  • Scope-Erweiterungen → Re-Check-Trigger prüfen
  • Neue Integration → Re-Check-Trigger prüfen

Phase C: Review-Zyklus

Review-Termin (6-12 Monate nach Go-Live):

Prüfung:

  1. Auflagen-Compliance: Sind alle Auflagen weiterhin erfüllt?
  2. Scope-Adherence: Wird das Tool nur für den freigegebenen Zweck genutzt?
  3. Drift-Detection: Neue Datenarten, Nutzergruppen, Automatisierungsgrade, Integrationen?
  4. Incident-Review: Sicherheitsvorfälle, Datenschutz-Beschwerden, BR-Beschwerden?
  5. Anbieter-Status: Anbieter weiterhin freigegeben, Sub-Processor-Liste aktualisiert?

Re-Check-Trigger-Matrix

Wann wird ein Re-Check (Rückkehr zu Schritt 2) ausgelöst?

ÄnderungRe-Check-LevelRückkehr zu Schritt
Neue Datenarten (z.B. plötzlich bes. Kategorien)Vollständig→ Schritt 2
Neue Integration (Write-Access)Vollständig→ Schritt 2
HR-Kontext neu hinzugekommenVollständig→ Schritt 2 (+ BR-Prüfung)
Anbieter-WechselVollständig→ Schritt 6
Zweck-Änderung (anderer Use Case)Vollständig→ Schritt 1 (neu formalisieren)
Skalierung (Pilot → Unternehmensweit)Partiell→ Schritt 2 (Risk-Score neu)
Externe Weitergabe neuVollständig→ Schritt 2
Kleinere Anpassungen (z.B. UI-Update)Kein Re-CheckDokumentieren, weiter monitoren

Review-Ergebnis

ErgebnisBetriebsstatusAktion
Alles OKIn BetriebNächstes Review-Datum setzen (6-12 Monate)
Kleinere AbweichungenIn BetriebKorrekturmaßnahmen definieren (nicht-blockierend)
Auflagen nicht erfülltPausiertHOLD bis Auflagen nachgeholt
Wesentliche ÄnderungenPausiertRe-Check auslösen (→ Schritt 2)
Nicht mehr benötigtBeendetOrdentliches Off-Boarding

Outputs

  • ✅ Prozessstatus: „S8 Review"
  • ✅ Betriebsstatus aktualisiert
  • ✅ Review-Protokoll dokumentiert
  • ✅ Falls Re-Check erforderlich: Prozess zurück zu Schritt 2
  • ✅ Nächstes Review-Datum gesetzt

Artefakte:

  • Review-Protokoll (strukturierte Dokumentation)
  • Aktualisiertes KI Check - Management-Entscheidung (falls Auflagen ergänzt wurden)

Rechtliche Grundlagen

  • DSGVO (Art. 5 Abs. 2 – Rechenschaftspflicht / Accountability)
  • ISO 27001 (Kontinuierliches Monitoring)
  • RBV KI (kontinuierliche Compliance-Prüfung)

Zusammenfassung der Optimierungen (V3.2 vs. V3.1)

AspektV3.1V3.2Verbesserung
Schritt 4 - Erforderliche Daten7 Felder (inkl. Systemtyp, Autonomie, Integration, Externe Weitergabe)2 Felder (nur Blocker-Status, Prozessstatus)Keine Redundanz (Felder bereits in S1)
Schritt 4 - PrüfumfangPunkte B/C enthielten funktionale Aspekte (Integration & Datenfluss, Aktionen & Human-in-the-Loop)Fokus auf technische Security (Verschlüsselung, API-Security, Monitoring, Incident-Management)Klare Trennung: Funktion (S1) vs. Security (S4)
DokumentcharakterReine ProzessdokuReine ProzessdokuUnverändert

Referenzierte Dokumente & Vorlagen

Im Hub verfügbar:

  1. KI Check - Use-case-Steckbrief

    • Formular für Schritt 1: Formalisierung & Risk-Scoring
  2. KI Check - Einzelanlage zur KI-RBV

    • Formular für Schritt 5: Betriebsrat / Mitbestimmung
  3. KI Check - Management-Entscheidung

    • Formular für Schritt 7: Management-Entscheidung
  4. neu_KI-Check_Felder_checked.xlsx

    • Vollständige Feldliste mit Beschreibungen
  5. Rahmenbetriebsvereinbarung KI bei GEALAN

    • Rechtliche Grundlage für Hochrisiko-Verbote (Abschnitt 3)
  6. KI Check - Handbuch - Auszug 10 Schritte

    • Praktische Hinweise, Beispiele, häufige Fehler (ausgelagert aus Prozessdoku)

Dokument-Freigabe

Erstellt von: KI-Manager
Geprüft von: DSB, IT-Security, HR, Legal
Freigegeben von: Geschäftsführung
Datum: 17.02.2026
Version: 3.2
Status: Freigegeben


Ende der Prozessdokumentation


Änderungsdokumentation V3.2

Wesentliche Änderungen gegenüber V3.1:

Schritt 4 – IT-Security-Prüfung

Problem: Redundanz zwischen Schritt 1 (Risk-Scoring) und Schritt 4 (IT-Security)

Änderungen:

Schritt 1 – Formalisierung & Risk-Scoring:

  • Systemtyp hinzugefügt (Zeile 153): "Art der KI-Unterstützung" (Assistierend / Entscheidungsunterstützung / Semi-automatisch)

Schritt 4 – IT-Security-Prüfung:

  1. Tabelle "Erforderliche Daten" (Zeilen 439-447):

    • ❌ Entfernt: Systemtyp, Autonomiegrad, Integrationsgrad, Intern veröffentlicht, Externe Weitergabe
    • ✅ Beibehalten: Blocker-Status, Prozessstatus
    • ℹ️ Neu: Hinweis-Box "Diese Felder werden bereits in Schritt 1 erfasst"
  2. Prüfumfang (Zeilen 447-480):

    • ❌ Entfernt: Abschnitt B) Integration & Datenfluss
    • ❌ Entfernt: Abschnitt C) Aktionen & Human-in-the-Loop
    • ❌ Entfernt: Abschnitt C) Cloud & Datenspeicherung (gehört zu Schritt 6)
    • ✅ Neu strukturiert:
      • A) Zugriffskontrolle & Identitätsmanagement (unverändert)
      • B) Technische Sicherheitsmaßnahmen (Verschlüsselung, API-Security, Network Security)
      • C) Data Loss Prevention – Technische Maßnahmen (fokussiert)
      • D) Monitoring & Incident-Management (erweitert)
  3. Output "Integration/Autonomie/Systemtyp validiert" entfernt

Rationale:

  • Systemtyp wird nun in Schritt 1 erfasst (als Kontextinformation, nicht für Risk-Scoring)
  • Autonomie, Integration und externe Weitergabe sind bereits in Schritt 1 (Risk-Scoring-Matrix) enthalten
  • Schritt 4 fokussiert nun ausschließlich auf technische Sicherheitsmaßnahmen (Zugriffskontrolle, Verschlüsselung, DLP, Monitoring, Incident-Management)
  • Cloud & Datenspeicherung (Datenort, Sub-Processor) werden in Schritt 6 (Anbieter & Vertrag) geprüft
  • Klarere Trennung: Schritt 1 = Funktionale Klassifizierung, Schritt 4 = Technische Security, Schritt 6 = Vertragliche & Datenort-Aspekte �����������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������